Bezirksschützentage
76. Bezirksschützentag in Weißenhorn im Schützengau Rothtal
Der Kommunalwahlsonntag führte Schwabens Schützinnen und Schützen zum 76. Bezirksschützentag nach Weißenhorn. Bei traumhaftem Frühlingswetter begann der Festtag traditionsgemäß mit einem feierlichen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche.
Ein donnernder Salut der Böllerschützen eröffnete anschließend den festlichen Umzug, der von zahlreichen Fahnenabordnungen sowie Schützenköniginnen und Schützenkönigen geprägt war. Durch die historische Innenstadt zog der Zug weiter zur Fuggerhalle, wo die Delegiertenversammlung stattfand. Auch dort setzten die Böllerschützen mit einem weiteren Salut einen eindrucksvollen Akzent.
Zur Versammlung hieß der 1. Gauschützenmeister Wilhelm Löhr vom ausrichtenden Rothtalgau die Gäste in der „Perle des Rothtals“ herzlich willkommen. In ihren Grußworten würdigten Thorsten Freudenberger (MdL), der zugleich den Weltfrauentag hervorhob, sowie Kerstin Lutz, damals noch zweite, zwischenzeitlich 1. Bürgermeisterin der Stadt Weißenhorn, die Bedeutung des Schützenwesens für Gesellschaft und Tradition. Bezirksrätin Katja Ölberger beleuchtete die vielfältigen Berührungspunkte zwischen dem politischen Bezirk Schwaben und dem Schützenbezirk Schwaben. Auch Alfred Reiner, Bezirksschützenmeister aus Oberbayern, überbrachte kollegiale Grüße und wünschte der Versammlung einen erfolgreichen Verlauf der anstehenden Neuwahlen.
Nach den Berichten aus den Ressorts des Präsidiums sowie aktuellen Informationen des Bayerischen Sportschützenbundes durch Landesschützenmeister Christian Kühn standen die turnusgemäßen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Präsident Ernst Grail stellte sich nach vierjähriger Amtszeit erneut zur Wahl und wurde ebenso wie Vizepräsident Markus Beuer und Christian Tillmann in ihren Ämtern bestätigt.
Per Handzeichen wählten die Delegierten René Koch zum Bezirkssportleiter, Tobias Rothfelder zu dessen Stellvertreter sowie Gisela Leuthenmaier zur Bezirksdamenleiterin in das Präsidium. Schatzmeister Hermann Herzog führt die Kasse hervorragend und wurde ebenfalls im Amt bestätigt. Dies bescheinigten ihm die Bezirkskassenrevisoren Otto Fischer und Josef Grosser, die ebenfalls wiedergewählt wurden.
Ein besonderer emotionaler Moment der Versammlung galt dem Abschied von Martina Steck, die sich nach beeindruckenden 45 Jahren im Ehrenamt nicht mehr zur Wahl stellte. Ihr Engagement führte sie von den Anfängen im Heimatverein Bubenhausen über die Gauebene bis hin zu verantwortungsvollen Aufgaben auf Bezirksebene. Mit Petra Bacher wurde ihre Nachfolgerin gewählt.
Für ihre herausragenden Verdienste wurde Martina Steck mit dem Doppeladler in Gold – verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft des Schützenbezirks – ausgezeichnet. Dieselbe hohe Auszeichnung erhielten auch Josef Grosser und Richard Pfaller für ihr langjähriges ehrenamtliches Wirken.
Ehrungen bildeten einmal mehr einen zentralen Bestandteil des Bezirksschützentages: Zahlreiche engagierte Ehrenamtliche aus Vereinen, Gauen und dem Bezirk wurden für ihren unermüdlichen Einsatz mit verschiedenen Ehrennadeln gewürdigt.
Bereits am Vortag hatte der Bezirksjugendtag stattgefunden. Dabei wurde Gunther Langer als Bezirksjugendleiter verabschiedet; ihm folgt künftig Carina Gessel in diesem Amt nach.
Ein besonderer Dank gilt den Verantwortlichen des Schützengaus Rothtal, allen voran Gauschützenmeister Wilhelm Löhr und seinen engagierten Helferinnen und Helfern, die mit großem Einsatz zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen.
So klang ein rundum gelungenes Wochenende aus, das neben dem Bezirksschützentag auch eine Stadtführung durch Weißenhorn sowie einen Bürgermeisterempfang in Bubenhausen umfasste. Mit Dank an alle Beteiligten und den besten Wünschen für die neu Gewählten richtet sich der Blick bereits nach vorn: Der nächste Bezirksschützentag findet am 7. März 2027 im Schützengau Wertingen statt.
Petra Bacher
Vizepräsidentin
75. Bezirksschützentag in Nesselwang im Schützengau Ostallgäu
74. Bezirksschützentag
Am 03. März 2024 trafen sich Schützinnen und Schützen aus ganz Schwaben zum 74. Bezirksschützentag in Dillingen a.d. Donau. In der Stadthalle fanden sich Vertreterinnen und Vertreter aus den insgesamt 22 Schützengauen ein. Gastgeber war in diesem Jahr der Sportschützengau Donau-Brenz-Egau mit seinem 1. Gauschützenmeister Josef Grosser. Dieser betonte in seinem Grußwort, dass sein Schützengau sich sogar noch ins benachbarte Baden-Württemberg erstrecke.
Ganz nach Schützentradition begann der Tag mit einem festlichen Gottesdienst in wunderbarer Atmosphäre in der Basilika St. Peter, gefolgt von einem Böllersalut mit Festumzug durch die Dillinger Altstadt. Besonders beeindruckend war auch wieder der große Einzug der Fahnen- und Königsabordnungen.
Nach einem Grußwort des 1. Gauschützenmeisters Josef Grosser, in dem er nochmals seinen Dank über die gute Arbeit der Trainer und Ehrenamtlichen aussprach, eröffnete unser Präsident Ernst Grail die Veranstaltung. Dabei begrüßte er den Oberbürgermeister als Schirmherrn der Veranstaltung und alle Anwesenden herzlich. Er sprach seinen Dank an alle aus und richtete auch ein Grußwort an alle Ehrengäste sowie Schützinnen und Schützen. Ebenso an die an diesem Tag anwesenden Vertreter und Vertreterinnen der Presse sowie die Stadtkapelle Dillingen mit ihrer Dirigentin Marie-Sophie Schweizer, die den Beginn der Veranstaltung musikalisch begleiteten.
Der Eröffnungen folgten auch zahlreiche Grußworte der Ehrengäste aus Sport und Politik:
Als Schirmherr der Veranstaltung begrüßte Oberbürgermeister Franz Kunz die Festgemeinde.
Dabei betonte er, dass die Stadt Dillingen und das Sportschützentum seit jeher zusammengehörten. Vor allem die sechs aktiven Schützenvereine seien unverzichtbare Säulen im gemeinschaftlichen Leben der Stadt.
Der Landrat des Landkreises Dillingen Markus Müller zeigte sich begeistert vom imposanten Bild des Fahneneinzugs, welches für ihn eine Demonstration von Tradition, Heimat und Moderne sei. Nur wenige Sportarten würden es schaffen eine solche Vielzahl an Altersgruppen zu vereinen. Somit stehen die Vereine in den Dörfern für starke Gemeinschaften.
Auch Dr. Fabian Mehring, Staatsminister für Digitales, freute sich die Schützenfamilie in seiner Heimat willkommen heißen zu dürfen. Er sprach seinen Stolz an die Schützinnen und Schützen auch im Namen der Bayerischen Staatsregierung aus und betonte, dass Bayerns Schützen zur DNA unserer Heimat gehörten.
Das vierte Grußwort des Tages kam von Christoph Schmid, Mitglied des Bundestages, welcher dem Tag ebenfalls einen guten Verlauf wünschte. Wichtig sei für ihn unter anderem auf Brauchtum zurückzublicken und gleichzeitig die Herausforderungen der Moderne anzunehmen.
Im Anschluss sprach auch Peter Schiele, stellvertretender Bezirkstagspräsident, seinen Gruß und seine Verbundenheit aus. Er bezeichnete die Schützen als tragende Säulen des Gemeindelebens und lobte vor allem, dass es dem Schützensport besonders gelänge Menschen mit Behinderung zu integrieren.
Manuel Knoll, Mitglied des Landtages, lobte, dass unsere Heimat geprägt von ehrenamtlichem Engagement sei, und dass Schützen dazu einen wertvollen Beitrag leisten würden.
Das anschließende Grußwort sprach Gerhard Furnier, Vizepräsident Sport des DSB, und betonte dabei, dass ihm der Schützenbezirk Schwaben sehr am Herzen liege. Vor allem der offene Meinungsaustausch sei ihm dabei wichtig. Er freue sich auch über die steigende Mitgliederzahl und erwähnte in diesem Zusammenhang auch neue Wege, wie Blasrohrturniere mit immer größer werdender Teilnehmerzahl. Beim Thema Waffengesetz machte er deutlich, dass man in Bayern vor allem mit gutem Vorbild voran gehen könne.
Auch Leonhard Schunk, Bezirksoberschützenmeister aus Oberschwaben, betonte die Werte, die Schützentradition vermittele. Dazu gehörten für ihn beispielsweise Disziplin, Konzentration aber auch Verantwortung.
Den Abschluss der Grußworte machte Bezirksschützenmeister und stellvertretender Landesschützenmeister des Bezirks Niederbayern Hans Hainthaler. Darin überbrachte er herzliche Grüße und sprach ebenso seinen Dank aus.
Im Folgenden berichtete Landesschützenmeister Christian Kühn Neues vom Bayerischen Sportschützenbund und betonte, dass der Bezirksschützentag für ihn viel mehr Schützenkultur als nur eine Formalie sei. Anschließend gab er einen kurzen Rück- und Ausblick auf das Schützenjahr:
Als wichtigen Termin nannte er den ISSF-Weltcup, der 2024 auf der Olympia-Schießanlage ausgetragen wird. Außerdem sei beim Neujahrsempfang Ende Januar ein Drittel des Bayerischen Kabinetts anwesend gewesen. Dies zeige, wie wichtig der Schützensport auch der Politik sei. Generell sei der Zuspruch der Politik zum Thema Schützenwesen aktuell hervorragend. Auch sei er sich mit der Politik einig, dass eine weitere Verschärfung des Waffenrechtes kein Mehr an Sicherheit bieten würde. Weitere Einschränkungen für den Schießsport seien daher nicht tolerierbar. Auch ein immer noch diskutiertes Bleiverbot würde laut Kühn de facto das Ende des Schießsportes bedeuten.
Der Übungsleiter-Zuschuss solle nach weiteren Planungen auch für Vereinsübungsleiter (VÜL) gewährt werden. Hier würde es aber noch Regelungen der Politik bedürfen.
Beim Schießstättenbau seien nun auch ortsfeste Lichtschießanalgen zuwendungsfähig. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung, um mehr Jugend in die Vereine zu bringen.
Nichtsdestotrotz wird das Förderprogramm zum Schießstättenbau laut Kühn nach wie vor stark nachgefragt. Die freigegebenen Gelder seien nicht ausreichend. 24 Mio. Euro an Zuschüssen seien bei der großen Nachfrage noch nicht ab finanziert, 2022 waren es noch 20 Mio. Aktuell seien in Schwaben 135 Anträge mit einem Zuschussvolumen von 4 Mio. Euro offen.
Positiv hob er hervor, dass im letzten Jahr wieder insgesamt 8000 neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Das Online-Portal „Mein BSSB“ für Mitglieder brauche allerdings mehr Werbung. Hier habe jeder Schütze die Möglichkeit seine Daten selbst zu pflegen und auch Zugriff auf einen digitalen Schützenausweis. Die digitale Entwicklung auf Grundlage dieser Datenbank solle weiter ausgebaut werden.
Aufgrund der steigenden Kosten in allen Bereichen sei eine maßvolle Beitragserhöhung ab 2025 leider unumgänglich gewesen. Insgesamt solle der Beitrag um 1,50 Euro erhöht werden. Davon gehen 0,50 Euro an den DSB, der restliche Anteil wird beim BSSB und den Unterorganisationen sinnvolle Verwendung finden.
Nach weiteren Ausführungen rund um den bayerischen Schießsport nahm Landesschützenmeister Kühn zusammen mit dem schwäbischen Bezirkspräsidium die Auszeichnung von 32 Schützinnen und Schützen aus ganz Schwaben für deren ehrenamtliche Tätigkeit vor. Ehrungen stellen eine Würdigung besonderer Verdienste um das Schützenwesen dar. Die einzelnen Ehrenzeichen der Schützen sind dabei abgestuft in Ehrennadeln des Bezirkes, des BSSB und des DSB. Auch dem Gauschützenmeister des Gastgebergaues Josef Grosser wurde an diesem Tag das Große BSSB-Ehrenzeichen in Silber/Sonderstufe von Bezirksvizechefin Martina Steck verliehen. Die Würdigung erhielt er für über 30 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als stellvertretender Gauschriftführer, Schützenmeister, Gauschützenmeister und Bezirksrevisor.
Den Ehrungen schlossen sich die Jahresberichte unseres Bezirkssportleiters Rene Koch, unseres Bezirksjugendleiters Gunther Langer und unserer Bezirksdamenleiterin Gisela Leutenmaier, sowie der Haushaltsbericht unseres Bezirksschatzmeisters Hermann Herzog an.
Im Rahmen des schwäbischen Bezirksschützentages wurde auch ein Entwurf zur Wahl der Delegierten zum anstehenden 73. Bayerischen Schützentag im Juni vorgestellt. Dem Bezirk Schwaben stehen dabei gemäß seinen Mitgliederzahlen zum Jahresende 2023 laut Satzung 39 Delegiertenstimmen zu. Dem Entwurf wurde einstimmig zugestimmt.
Da dem Präsidium keine weiteren Anträge vorlagen, wurde der letzte Tagesordnungspunkt genutzt, um unserer Referentin für Para Sport Elisabeth Furnier zum Geburtstag zu gratulieren und ihr herzlich für ihre Mitarbeit zu Danken.
Der 75. Bezirksschützentag wird 2025 vom Schützengau Ostallgäu ausgerichtet. Er findet vom 8.-9. März 2025 in Nesselwang statt.